Der widrige Umstand, dass die Seilbahn auf den Tafelberg außer Betrieb ist, geht uns gerade mal am Popo vorbei, denn natürlich liegt er im Nebel, der Berg. Auch als wir mit dem Hoppitoppiexundhopponandoff-Gefährt an der Talbahnstation stehen, schauen wir zwar auf die nebelfreie Mothertown bei immer mehr Sonne, aber nach oben ist nix zu sehen.


In den Bus gestiegen sind wir direkt vor dem Hotel, all inclusive zwei Tage sind gebucht, es gibt eine deutschsprachige Führung auf’m Ohrhörer, und weil jeder off- und on hoppen kann, werden wir uns heute gruppentechnisch trennen. Deshalb machen Gundel und der Oberstwaldmeister nun die Fieselkonferenz wie Samstags auf’m WDR. Rufen wir zuerst den Oberstwaldmeister …
Oberstwaldmeister: „… ja, wir melden uns hier aus Camps Bay, dem Ort der Reichen und Schönen, wo Robbie Williams dauernd am Nebentisch sitzt und immer die Sonne scheint. Das tut sie auch, und wir laufen am Strand wie in Zoutelande mitten im Sommer. Hier wurde erfolgreich eine größere Alien-Invasion abgewehrt, die schwer algenähnlichen Außerirdischen liegen tot am Strand und stören die Optik. Donald will einen mit mit nach Hause nehmen, das wird noch eine olfaktorische Herausforderung. Im Pub mit dem schönen Namen Tiger’s Milk gibt es außer dem gleichnamigen Lager und leckerem Pubfood eine verwarmde Teras auf der ersten Etage mit Meerblick. Und gegenüber steht in jeder Parklücke eine zehnköpfige Kinderschar und schreit. Na gut: singt. Afrikanische Lieder. Für Geld. Wir stellen gerade fest, dass im Hoppitoppi-Angebot auch das Hafencruisen mit Seehundblick enthalten ist. Also zurück in den Hoppitoppi und ich gebe weiter zu Gundel …“



Gundel : „Wir bleiben zunächst auf unserem Hoponexhopbus und fahren erneut auf der bekannten Runde, um im Bo Kaap auszusteigen. Die bunten Häuser des Viertels erkunden wir pünktlich zum Freitagsgebet, so dass am internationalen Frauentag kein Mann mehr auf der Straße bleibt. Die wirklich zahlreichen Moscheen sind gut gefüllt und der Muezzin ist übers Viertel zu hören. Die CocaCola-Dependance ist leider aufgrund des Freitaggebets geschlossen, so dass wir das ersehnte Kaltgetränk auf später verschieben müssen. Oberstwaldmeister, wo seid ihr gerade?“


Oberstwaldmeister: „Wir sind inzwischen mit dem Hoppitoppiboot auf der Hafenrundfahrt. Zuvor haben wir uns durch Seehundrudel gekämpft, da ist Pier 31 in San Francisco ein Limonadenbüdchen gegen. Wir schippern durch verschiedene Hafenbecken, die alle irgendwie Victoria und/oder Albert heißen und lernen, dass hier der alte Bon Jovi die Bandyacht bauen ließ und mitunter „Living on a Prayer“ durch den Hafen schallt. Der bisher freundlichste und preiswerteste aller Taxifahrer bringt und zum Hotel, der Plan ist, auf dem Signal Hill den Sonnenuntergang zu kucken. Zurück zu Gundel …“


Gundel: „Wir gelangen durch den afrikanischen Großstadtdschungel an den Greenmarket und auch uns singt der Chor der pfadfinderähnlichen gemischten Gruppe von Mädels, Jungs samt Dirigenten, und die singen richtig gut. Wir lauschen gebannt und nutzen die Gunst der Stunde einen hervorragenden Kaffee im angrenzenden Trendycafe zu trinken. Boah … tut das gut!


Am internationalen Frauentag scheinen alle zu singen und wir fügen der Vervollständigung halber den nächsten Chor auch noch fototechnisch ein.
Wir essen im absolut afrikanischen Speisehaus mit unzählbaren Menschen aller Couleur. Das System der Bezahlung, Bestellung und des Anstehens müssen wir erst mühsam erkunden, um dann die überaus üppige Portion in diesem unbeschreiblichen Ambiente zu verspeisen. Das war sowas von nachhaltig für die Erinnerungen in unseren Köpfen …


Im Anschluss besuchen wir noch das Mocaa, bewundern die Architektur, diese einzigartige Atmosphäre und beschließen, weiter zu Fuß zur Waterfront und Richtung Hotel zu schreiten, den Sonnenuntergang immer rechts von uns wissend. Lissy „knipst“ den hundertsten Sundowner und wir wissen, dass wir 98 wieder löschen werden; aber der Kick des ultimativen Fotos treibt uns an. Irgendeins wird wieder „ganz weit vorne“ landen. Wir schalten zurück zum Oberwaldmeister.“

Oberstwaldmeister: „Nach einem Sonnenbad auf der Hotelterrasse fährt die Obertwaldmeisterin eine vierköpfige Teilfraktion auf den Berg. Warum an einem Freitagabend an einem Feiertag bei bestem Wetter noch andere auf die Idee kommen, ist uns unverständlich. Und so parken wir alle die Straße hügelaufwärts zu. Zehn Minuten vor 18:12 geht nichts mehr. Aber lustig ists. Vielleicht weil wir die Hotelminibar dabei haben. Wir fühlen uns wie am Kamener Kreuz, allerdings mit atemberaubendem Blick aufs Meer einerseits und auf die City, die immer elektrischer und beleuchteter wird, andererseits. Und als ein freundlicher Japaner von weiter oben uns auffordert, doch bitte Platz zu machen, damit er seine Protzkarre durchfahren kann, weisen wir ihn höflich auf sein Fehlverhalten hin und werfen seine Leiche mit Schwung ins Hafenbecken. Wir nehmen noch ein deutsches Tramperpaar mit runter, das beim Wendemanöver der Oberstwaldmeisterin auf enger Straße die Hosen voll hat. Und den Rest der Fieseltruppe treffen wir am Ende des roten Teppichs an der Hotelbar …“


