Tja, was bleibt diesem Bilderbuch von einer Landpartie noch hinzuzufügen, außer Lissys erneut sehr wahrer Erkenntnis: Wir sind privilegierte Menschen, weil wir das alles sehen dürfen.
Es hätte, um es mit Daisy zu sagen, auch regnen können. Hat es auch am Morgen, eigentlich sogar wieder wie aus Eimern. Aber mit dem ersten Stop in Muizenberg tat sich der Himmel auf, um uns das Surferparadies zu zeigen. Und es ist doch lehrreich zu hören, dass Agatha Christie hier das Surfen lernte. Ist wahrscheinlich Legende. Da gab’s doch noch gar kein Internet.
Die Surfer von heute stehen auf Spezialbrettern mit Paddel. Sie paddeln raus, um dann auf der perfekten Welle wieder reinzupaddeln. Später liest die Oberstwaldmeisterin von einer Surflehrerin für Behinderte, die wir bei der Arbeit gesehen haben. Und tatsächlich gibt es einen Profi-Surfer mit appem Bein. Das ist bewundernswert.

Mit 15 Grad im Sunnesching den Fußweg am Klippenrand zwischen den Kaps zu nehmen, ist auch so ein Kapstadt-Tip, den wir hier auf keinen Fall verraten, um nicht in die Lonely-Planet-Falle zu tappen: Wenn alle sich auf den Geheimtip stürzen, ist er nicht mehr so richtig geheim. Na gut, liebe Fieselfreunde: Euch verraten wir’s. Aber nicht vergessen: das Gruppenbild am berühmtesten Holzschild der Welt.

Unterwegs sind wir mit zwei Autos: einer 10-Personen-Riesenkarre von Hyundai mit der Oberstwaldmeisterin am Steuer und einem Kia, darin vorne links Reinhard („Ich bin ja nur der Fahrer“). Klappt gut, außer dass man nicht vergessen sollte, aus der letzten Sitzreihe im Hyundai beim Fotostop auch den TropenElmar rauszulassen. Seine Gattin hat übrigens inzwischen den Fieselnamen „Winnie“.

Und bei aller Paradiesigkeit: Wir sind nicht in der heilen Welt unterwegs: Gab das Schild am Souvenirshop am Cape Point schon zu denken, der wegen „Protest Action“ geschlossen hatte, so holt uns die Realität kurz vor dem Chapmans Peak Drive ein, den wir als finale Traumstraße des Tages geplant hatten: Wir stoßen auf die Reste einer gerade noch brennenden Barrikade, und die örtlichen Hilfssheriffs schicken uns zurück Richtung Kap: Unruhen voraus, Steineschmeißer, Straßensperren. Wir sind gar nicht mal so sehr beunruhigt und geraten auf diese Weise unfreiwillig auf nette Bergsträßchen, die wir immer schon mal fahren wollten. Aber es erinnert uns daran, dass wir nicht in der Eifel sind.
Am Abend gibt es Krokodil, Strauß, Kudu & Co. bei Mama Africa, dem Früh von Kapstadt. Sehr Touri, sehr schön, auch wenn nicht nur des Oberstwaldmeisters Warzenschwein etwas zäh war. Wir werden bedient von einer langbeinigen schwarzen Schönheit aus dem Kongo, die mit Reinhard französisch parliert und ausgesprochen geschäftstüchtige Weinempfehlungen weiter unten von der Karte ausspricht.
Und wir lernen ein Stück Kapstädter Taxi-Innung kennen: Im kleinen Taxi sitzt der Fahrer, der sich auskennt, und der hat im größeren Taxi (TropenElmar nach hinten) einen Spannmann, der hinterherfährt. Und am Schluss im ersten Wagen immer noch den Preis erfragen muss. Dafür gab’s dort Disco inclusive, was zu einem Trinkgeld geführt hat, von dem der Driver noch seinen Enkeln erzählen wird.
Unnötig zu sagen, wie der Abend ausklingt, und dass uns das Barpersonal im Hotel spätestens am dritten Tag den roten Teppich ausrollt, wie ihn sonst nur die Oberstwaldmeisterin bei Garten Graaf sieht.
Die Pläne für den dritten Tag beruhen auf dem berühmten lokalen Verkehrsträger, dem Hippi-Hoppi, ääh Ex-und-Hopp oder – ehm – Hop-on-hop-off-Bus. Den mieten für zwei Tage all inclusive. Allerdings exclusive Tafelbergbahn. Die wird nämlich wie im August ein Jahr zuvor gewartet. Einen ganzen Monat lang. Egal, der Berg liegt sowieso wieder im Nebel …
Weiterhin viel Spaß! Wir schwitzen auf dem Weg nach Kroatien 😊
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