Und wirklich verlassen wir die Mother Town nach vier Tagen, aus denen wir viele Eindrücke mitnehmen, die aber doch noch irgendwie zu kurz waren.
- Wir haben den Tafelberg oben ohne gesehen, den Signal Hill mehrmals erklommen, die Sun down gehen sehen…
- Wir waren an den unterschiedlichsten Orten, von touristisch als Highlights verschrieenen allseits bekannten Hotspots als auch auf eigenen Pfaden durch den Großstadtdschungel unterwegs…
- Wir kennen eine Menge Taxifahrer in Mother Town, deren Preisgestaltung und Musikgeschmack. Unsere Trinkgelder sind stadtbekannt und „God bless us“
- Wir haben kulinarisch ziemlich weit vorne gegessen
- und wir waren am Kap und damit ganz unten in Afrika

Letztes Briefing: Wo treffen uns wie wann usw. wenn wir uns verloren haben sollten? Die Wettervorhersagen sind unterirdisch, und es ist doch prima, endlos Zeit zu haben und statt der schnellsten die schönste aller Routen zu nehmen. Also los, zunächst gönnen wir uns in Richtung Süden den drei Tage vorher wegen der Unruhen verpassten Chapmans Peak Drive. Dann weiter quer über die Zwölf Apostel, die Verlängerung des Tafelbergs, die in Wirklichkeit aus 17 Bergen bestehen (was ja irgendwie so ist, als hätte das Siebengebirge neun bis zehn Hügel), an Muizenberg vorbei immer längs die Küste nach Osten.

Wir stellen wieder fest, dass sich alle paar Kilometer die Landschaft verändert und an bekannte Reiseziele allüberall auf der Welt erinnert. Hinter Muizenberg siehts genauso aus wie auf Sylt, das sagt uns Daisy höchstens sieben bis acht Mal, mit dem Unterschied, dass hier so viele Geisterfahrer unterwegs sind. Dann geht es über die nächste Traumstrasse, die R 44 an der Gordons Bay, und direkt dahinter liegt Irland, dicht gefolgt von den Dolomiten und der Schweiz. Ein spektakuläres Stück Küste gibt es bei Kleinmond: bizarre Felsformationen, an denen die Wogen zerschellen, Monsterwellen, die in der Bucht auslaufen. Aber kein Wal, der Winni zuwinkt. Noch nicht.

Und genau an dieser Ecke liegt das Sandown Blues, eine Strandhütte wie bei Koo in Zoutelande oder bei Axel in Sankt Peter Ording – naja, so ähnlich, und da gibt es den kleinen Mittagssnack aus Seehecht und Fritten und Sushi für Tropenelmar.
Wie gut, dass es bis Franschhoek nur noch eine Stunde zu fahren ist. Es sei denn, wir verpassen die Abfahrt und stehen erstmal im Stau bis zur nächsten Wendemöglichkeit. Oder wir stehen 35 km vor dem Ziel fassungslos vor dem Hinweis auf die Sperrung der einzigen Straße, die uns direkt zum Ziel geführt hätte. Nochmal anderthalb Stunden obendrauf.
Also: Wären wir auf direktem Weg aus Kapstadt gekommen, hätten wir 90 Minuten gebraucht. Die schöne Strecke war mit 4 Stunden geplant. Durch unsere Aufenthalte, Fotostopps, Umwege und Verfransen exakt an den selben Stellen wie ein Jahr zuvor kommen wir am Schluss auf 8 Stunden. Aber bei dann doch wieder viel Sonnenschein und auch unverdrossen guter Laune.

In Franschhoeck erwartet uns ein nettes kleines „Reihenhäuschen“ in einer kleinen Seitenstrasse. Die Gastgeberin teilt uns noch schnell die wichtigsten Informationen mit zu denen insbesondere der Hinweis auf warme Kleidung am Morgen zählt: Wir frühstücken draussen…
Vielen Dank für die wunderbaren Berichte und Fotos. Macht großen Spaß online dabei zu sein.
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Das mit dem Fahren können wir toppen 😎wir haben für die 2. Etappe anstatt 2 Stunden, 9 Stunden gebraucht! Ohne Verfahren 🙄
Und was hilft gegen Fliegeninvarsion?
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In diesem Fall werden wir gern abgetrumpft 😜
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