Kapstadt 4. Tag: Schuld war nur der Pater Noster ….

Heute startet der Oberstwaldmeister: Wenn man morgens so mir nichts Dir nichts langs den Atlantik läuft, an einer der berühmtesten Ecken der Welt, dann ist das wirklich großartig. Klar, dass da der älteste Leuchtturm Afrikas als Hintergrund gerade gut genug ist.

Der Südafrikaner übertreibt es manchmal mit dem Service: Die Tanks sind nicht mal halb leer, da stellt er uns eine ganze Öl-Plattform direkt vors Hotel. Soviel Trinkgeld können wir gar nicht geben.

Der Tag beginnt lustig beim wirklichen tollen Frühstück. Wie das wirklich tolle Frühstücke so an sich haben, gibt es Eier in allen Varitationen, und zwar englische Eier: scrambled, bolided, lost, poached … Daisy bestellt soger ein Mirror Egg. Natürlich sunny side up. Das passt, denn draußen vor der Tür strahlt die afrikanische Sonne über alle vier Backen.

LIssy und Reinhard sind schon vor Sonnenaufgang nach Simon’s Town aufgebrochen, Pinguine kucken. Der Eselpinguin macht Iiiaaa, und Reinhard und Lissy sind entzückt, überlegen, ob die Strafe von 500 Rand für die Entwendung eines Pinguins nicht ein Schnäppchen ist, lassen es aber bleiben.

Alle, die Betonung liegt auf alle, also die gesamte Gruppe findet sich heute „gemeinsam“ in unserem Bus ein und die Oberstwaldmeisterin kutschiert die ganze Bagage unter sämtlichen Hinweisen des Publikums, Richtungsanweisungen von fast allen, das alles auf der linken Straßenhälfte, zum Neighbourhoodsmarket an der Biskuit Mill in Woodstock. TropenElmar träumt bereits von Jimmy Hendrix, während die Oberstwaldmeisterin den Parkplatzeinweiser an die Wand parkt.

Der Markt erweist sich als Trendy Place und alle Fiesels schwelgen im Kaufrausch. Die Oberstwaldmeisterin hat nun endlich eine Tasche für „klein“, Lissy ein Geschenk für Simon (mehr wird nicht verraten), Oberstwaldmeisters auch noch ein Metzgermesser, Daisy und Donald kaufen Capeschokolade, nachdem sie zuvor das ganze Sortiment für lau probiert haben, Winnie auch …

Die Abfahrtzeit wird zunehmend nach hinten verschoben, und trotzdem geschieht, was geschehen musste: Die Fiesels verlieren sich …

Schuld war nur der Pater Noster….

Gundel, Lissy und Reinhard fahren mit dem Aufzug in den sechsten Stock, um die Aussicht auf den „freien“ Tafelberg zu nutzen und finden ein Restaurant!!!! Aus Mitleid, es ist ja kein Gast da, beschließen sie einen kleinen Imbiss zu nehmen. Bei der Frage „Did you order?“ hätte man aufhorchen müssen … Ihnen wird ein Plätzchen eingeräumt, sie genießen einen herrlichen Mittagsimbiss mit hervorragenden korrespondierenden Weinen und müssen eigentlich sofort beichten gehen, denn sie wissen um das noch kommende reservierte Abendessen.

Gundel weiter: Später eruieren wir, dass man im Pot Luck Club weit im Voraus reservieren muss, um in den Genuss eines Tisches zu kommen.

Und weiter gehts mit der Berichterstattung der Kleingruppe Gundel und Co. Der herbeieilende Taxifahrer entpuppt sich als vielseitig interessierter Gespächspartner, welcher die Germans wirklich verstehen will. Neben den Austausch von typical german Food berichtet er von schon gesammelten Vorurteilen: der Deutsche putzt sein Auto immer samstags, was wir nur bestätigen können, außer Gundel, die gesteht, ihr Auto – sie glaubt, es hat die Farbe weiß – nur einmal in diesem Jahr in einer Waschstrasse gereinigt zu haben. Der Taxifahrer bescheinigt ihr prompt, eine Fake German zu sein.

Die Teilgruppe beschließt den Rest des Tages auf einem Hop und Exonbringyouhomebus fortzusetzen, und Gundel schaltet an dieser Stelle iin gewohnter Manier zum Oberstwaldmeister, um die Tagesgestaltung zu synchronisieren.

Gerne, liebe Gundel: Da aus – nun bekannten – Gründen ein Teil der Fieseltruppe in Woodstock im Luxus versackt ist, bewegt sich der Rest noch einmal auf den Signal Hill oberhalb der Stadt, um zu kucken, wie der aussieht, wenn man ihn bis ganz oben fährt und nicht vorher zuparkt. Gut sieht’s aus, vor allem der Blick nach unten, zum Beispiel aufs Hotel oder auf den Tafelberg, der immer noch nackisch ist, oder nochmal auf die City Bowl, die bei klarem Wetter einen besonders eindrucksvollen Anblick bietet. Fast schon im Sekundentakt starten hier oben die Tandem-Paragliders, die dann direkt vor unserem Hotel landen. Serienmäßig kriegen die Mitflieger so ein Bilderstöckchen mit auf den Weg, mit dem ihr Handy aufzeichnet, wie sie sich gerade in die Hose machen.

Und dann geht auch der Rest der Truppe auf die Blue Line, die Alternativstrecke rund um den Tafelberg zum Atlantik. Diese ist im Vergleich zur bekannten Red Line vom Vortag nun ja: etwas länger. Mehr wie eine Wagner-Oper: Es zieeeeeht sich. Und der Oberstwaldmeister ist nicht wirklich für seine Geduld bekannt. Unser Bus ist der Lumpensammler, der an jedem Stopp auf den letzten Fahrgast wartet, so auch beim Weingut Constantia, wo eine rabenbreite Menschentraube (höhö) den Bus entert, leere Rotweingläser und diverse Weineinkäufe schwenkend, ein paar schon so grün im Gesicht, dass man sie nicht im Nacken sitzen haben will. Zwischendurch bestätigt sich, dass die Kapregion zu spontanem Wetterwechsel neigt. Es wird arsch kalt, und ein mitleidiger Mitreisender bietet Donald seine frisch gekaufte neue Jacke an. Denn Donald sitzt im Poloshirt da, er hat seine Jacke der Gattin überlassen. Ein Held, das wissen wir ja seit seiner Wohnmobilrallye durch New York.

Aber die Fahrt ist auch wieder informativ und zeigt viel von den Gegenssätzen des Alltags in Südafrika: Blechhütten und propere Anwesen direkt nebeneinander, wie gesagt, nicht immer die heile Touri-Welt.

Und dann der krönende Abschluss des Kapstadt-Aufenthalts: Haute Cuisine, für manche die zweite des Tages. Wie viele Cholesterine mussten dafür Ihr Leben lassen. Der Chef heißt Harald Bresselschmidt und stammt aus der Eifel, hat mal im Aachener Gala gekocht und ist vor 27 Jahren in Kapstadt gelandet. Es ist ein sehr geehrter Abend. Die Speisen sind klasse, von der Wachtel und den Prawns über Rind, Kalbsbries und Sea Brass bis zum Süßkartoffeldesert. Auch der Somelier versteht sein Geschäft – von der Magnumpulle der hiesigen Prickelweinmanufaktur über Chardonnay, Shiraz bis zu den süßen Ablegern am Schluss. Er erklärt das sehr someliermäßig und wir schmecken ihm nach, wenns mal „oaky“, „meaty“,“leatherlike“ oder gar „wood contacted“ ist.

Und während es im Abgang leicht möpselt, stellen wir fest, dass dreieinhalb Tage Kapstadt einen würdigen Abschluss gefunden haben. Wir fragen uns, ob und wie das zu toppen sein wird und sorgen uns ein wenig um die Wine Tram Tour in Franschhoek: Werden auch wir als Rotweinzombies in die Weinbahn wanken?

Freut Euch einfach auf die nächsten Beiträge von Gundel, Obi Waldmeister und dem Rest der coolen Gang …

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