
Wenn Dir beim Kauen der Atem in kleinen Wölkchen vor der Nase schwebt und die Eisschicht auf dem Kaffee nur allmählich abtaut, dann weißt Du: Es ist Winter in Afrika und Du sitzt tatsächlich morgens um 08:30 draußen. Auf der Terasse des Mont’dor in Franschhoek wird ein fantastisches Frühstück gereicht, das tatsächlich die Kapstadt-Experience nochmal toppt. Bei noch 9 Grad strahlt schon die Sonnne vom hohen Himmel und die Hausangestellten legen die Badematten auf die Poolliegen.
Dennoch: Es ist unseres Bleibens nicht, wir ziehen weiter, der aufgehenden Sonne entgegen. Nicht ohne vorher die örtliche Gewürzmischerei leergekauft zu haben. Großartige Sache: In entsprechend portionierten Tütchen finden sich alle Gewürze, die Du zum Nachkochen der besten afrikanischen Gerichte brauchst, Fleisch musst Du zu Hause selbst noch beschaffen. Da gibt es auch Biltong, das Trockenfleisch aller Geschmacksrichtungen, und Nüsse und und und – Oberstwaldmeisters Rückflug macht langsam Sorge, bei der Anreise waren’s schon 23,5 kg und damit ein Pfund zuviel.

Dringend brauchen wir noch mehr Wein fürs spätere Picknick, deshalb fahren wir nochmal unser erklärtes Lieblingsweingut Rickety Bridge an, wo die Oberstwaldmeisterin die zweite Tasche dieses Urlaubs kriegt: 23,5 … 24,5 … 25, 5 …


Weiter geht’s, der erneute Umweg wegen Straßensperrung bringt uns eine Mittagspause in Stellenbosch ein, eine quirlige Studentenstadt, wo die Studis wie in Köln und Aachen mittags bei Baccardi Cola statt im Hörsaal sitzen. TropenElmar findet endlich das richtige Outfind nebst Begleitung („Ich Tarzan, Du Cheetah“). Und die Oberstwaldmeisters kaufen ein Kunstwerk für die Wand daheim, schön schwer, mit Metallplättchen drauf. 27,5 … 28,5
In Hermaus steigen wir im Lodge on the Green ab, wo die hilfsbereite Wirtin den drei Golfern unter uns für den nächsten Tag eine Starterlaubnis auf dem Golfplatz direkt hinter der Lodge besorgt – sie sorgt auch für den Transfer zum Essen, fragt nach, ob die Walboote auch fahren und ob im nächsten Restaurant auch wirklich der Chef kocht. Klasse.
Auf dem berühmten Cliff Path in Hermanus gehen wir statt der geplanten elf nur zwei Kilometer, was beim fieselschen Wandertempo schon eine Leistung ist. Die Hauptbewohner sind die – nein, nicht Murmeltiere, sondern Klippschliefer, deren nächster Verwandter – das haben wir schon in Kapstadt gelernt – der Elefant ist.

Es gibt viele Klippschliefer hier, und wir wissen nun auch warum. Da ziehen wir noch einmal das Dichterwort hinzu: „You and me, baby, ain’t nothing but mammmals, so let’s do it like they do on the Discovery Channel.“ (The Bloodhound Gang)








Außer den kleinen Elefanten gibt es aber auch vieeeeeel Küste zu sehen. Was noch fehlt ist ein Wal. Den werden wir morgen sehen. Wenn denn die Boote, die heute wegen des Sturms im Hafen geblieben sind, fahren.
Zum Abschluss des Tages gibt es ausnahmsweise Fleisch. Reichlich Fleisch.
