Franschhoek by tram and bus oder der singende Rheinländer

Sicherheitshinweis: Dieser Beitrag ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfehlenswert.

Don ´t drink and walk on the road, you can be killed

Da hat sich der örtliche Touristikverband überlegt, dass er das weininteressierte Publikum, den Touri, zu den verschiedenen Weingütern der Gegend mit der Tram und dem Trambus karrt, in gewohnter Manier mit Hop-on und Hop-off, im Tagesverlauf zunehmend hopexrunter, damit keiner auf der Strasse unterwegs ist… Also der Verlauf ist so: Du fährst ein Stück, kommst zu einem Weingut, probierst die selbstgewählte Menge an Weinen (3 bis unendlich) und fährst nach Minimum einer Stunde Aufenthalt mit einer Tram weiter. Und tatsächlich fahren wir anfangs auf zwei Schienen in einer zugigen grünen Tram, werden mit einem Glas Wein begrüßt, und starten frohgemut die Weintour. Die Runners unter uns hätten bei der Höchstgeschwindigkeit locker mitgehalten. Die mitfahrenden Japaner selbst im Zug nicht, sie verließen bereits nach zwei Stationen das Weinprobieren…

Die ausgesprochen Weinkennerfiesels fahren quasi als Bildungsreisende mit. Rhein, Ahr, Mosel, frankophil Loire, Bourdeaux, Merlot, Grauburgunder, haben wir alles im Repertoire und erfreuen uns an neuem Vokabular, um in Zukunft das Weintrinken kennerhaft zu kommentieren: a medium body, a funky wine, spicy, he leaves the grape to the skin, it smells like green apple, a breakfast wine, letter of fruitness, herby on the nose, very crisp, delicate to mushroom risotto, smoky spicy tabaco, muted picnicstar, complex fruits, nougat flavors, wooden chocolaet and mulberry taste….

Und so verbringen wir den Tag……Finden neue Geschäftsideen: die 6-Budentour im Ruhrgebiet, die Winnie und TropenElmar demnächst in Essen promoten, that’s not to catch, Streiten uns darum wer die Zeche zahlt: „Montag Day is Lissy Day „…

Apropos zahlen, ruft der Oberstwaldmeister dazwischen, da gibt es doch ne App für. Jawohl, und alle können sie bedienen. Jede(r) trägt regelmäßig seine Zahlungen ein und alle wollen an die Spitze, wo seit dem Aubergine in Kapstadt aber uneinholbar der Oberstwaldmeister steht. Uneinholbar? Wir werden sehen. Aber, wie Gundel sagt, das ist ein Buchhaltungsinstrument, kein Appbewerb.

Die Japaner haben wir bekanntermassen direkt nach Station 2 verloren, bei den mitreisenden sonstigen Nationen können wir nicht mehr ganz nachhalten, wann sie nicht mehr gesehen wurden. Durchgehalten haben die Rheinländer – also wir, die Iren und die Münchner, deren Tipp, die örtliche TukTuk Brauerei zu besuchen, dann im Anschluss aufgegriffen wurde.

Und natürlich haben auch wir Wein gekauft, da kommen ja noch endlose Tage am Meer, bis zu 26 Grad stehen an, und dann werden die Picknickkörbe gepackt.

Die wahre Fieselstärke zeigt sich in diesen Momenten, in denen sichergestellt wird, dass alle Fiesels wieder nach Hause gelangen, den Weg vom Restroom wieder zum Tisch finden, nicht auf der Strasse killed werden, ihre sieben Sachen noch alle haben und das richtige Hotelzimmer finden.

Und der Oberstaldmeister hat am Schluss nur das unsterbliche Dichterwort hinzuzufügen: „Und dann, am nächsten Tag, fällt’s dir ganz allmählich wieder ein
und du denkst: ‚Mensch, muss ich gestern wieder voll gewesen sein!'“ (Ulrik Remy, „Die Kneipe“)

Kapstadt – Franschhoek: Geisterfahrer auf Sylt

Und wirklich verlassen wir die Mother Town nach vier Tagen, aus denen wir viele Eindrücke mitnehmen, die aber doch noch irgendwie zu kurz waren.

  • Wir haben den Tafelberg oben ohne gesehen, den Signal Hill mehrmals erklommen, die Sun down gehen sehen…
  • Wir waren an den unterschiedlichsten Orten, von touristisch als Highlights verschrieenen allseits bekannten Hotspots als auch auf eigenen Pfaden durch den Großstadtdschungel unterwegs…
  • Wir kennen eine Menge Taxifahrer in Mother Town, deren Preisgestaltung und Musikgeschmack. Unsere Trinkgelder sind stadtbekannt und „God bless us“
  • Wir haben kulinarisch ziemlich weit vorne gegessen
  • und wir waren am Kap und damit ganz unten in Afrika

Letztes Briefing: Wo treffen uns wie wann usw. wenn wir uns verloren haben sollten? Die Wettervorhersagen sind unterirdisch, und es ist doch prima, endlos Zeit zu haben und statt der schnellsten die schönste aller Routen zu nehmen. Also los, zunächst gönnen wir uns in Richtung Süden den drei Tage vorher wegen der Unruhen verpassten Chapmans Peak Drive. Dann weiter quer über die Zwölf Apostel, die Verlängerung des Tafelbergs, die in Wirklichkeit aus 17 Bergen bestehen (was ja irgendwie so ist, als hätte das Siebengebirge neun bis zehn Hügel), an Muizenberg vorbei immer längs die Küste nach Osten.

Wir stellen wieder fest, dass sich alle paar Kilometer die Landschaft verändert und an bekannte Reiseziele allüberall auf der Welt erinnert. Hinter Muizenberg siehts genauso aus wie auf Sylt, das sagt uns Daisy höchstens sieben bis acht Mal, mit dem Unterschied, dass hier so viele Geisterfahrer unterwegs sind. Dann geht es über die nächste Traumstrasse, die R 44 an der Gordons Bay, und direkt dahinter liegt Irland, dicht gefolgt von den Dolomiten und der Schweiz. Ein spektakuläres Stück Küste gibt es bei Kleinmond: bizarre Felsformationen, an denen die Wogen zerschellen, Monsterwellen, die in der Bucht auslaufen. Aber kein Wal, der Winni zuwinkt. Noch nicht.

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Und genau an dieser Ecke liegt das Sandown Blues, eine Strandhütte wie bei Koo in Zoutelande oder bei Axel in Sankt Peter Ording – naja, so ähnlich, und da gibt es den kleinen Mittagssnack aus Seehecht und Fritten und Sushi für Tropenelmar.

Wie gut, dass es bis Franschhoek nur noch eine Stunde zu fahren ist. Es sei denn, wir verpassen die Abfahrt und stehen erstmal im Stau bis zur nächsten Wendemöglichkeit. Oder wir stehen 35 km vor dem Ziel fassungslos vor dem Hinweis auf die Sperrung der einzigen Straße, die uns direkt zum Ziel geführt hätte. Nochmal anderthalb Stunden obendrauf.

Also: Wären wir auf direktem Weg aus Kapstadt gekommen, hätten wir 90 Minuten gebraucht. Die schöne Strecke war mit 4 Stunden geplant. Durch unsere Aufenthalte, Fotostopps, Umwege und Verfransen exakt an den selben Stellen wie ein Jahr zuvor kommen wir am Schluss auf 8 Stunden. Aber bei dann doch wieder viel Sonnenschein und auch unverdrossen guter Laune.

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In Franschhoeck erwartet uns ein nettes kleines „Reihenhäuschen“ in einer kleinen Seitenstrasse. Die Gastgeberin teilt uns noch schnell die wichtigsten Informationen mit zu denen insbesondere der Hinweis auf warme Kleidung am Morgen zählt: Wir frühstücken draussen…

Kapstadt 4. Tag: Schuld war nur der Pater Noster ….

Heute startet der Oberstwaldmeister: Wenn man morgens so mir nichts Dir nichts langs den Atlantik läuft, an einer der berühmtesten Ecken der Welt, dann ist das wirklich großartig. Klar, dass da der älteste Leuchtturm Afrikas als Hintergrund gerade gut genug ist.

Der Südafrikaner übertreibt es manchmal mit dem Service: Die Tanks sind nicht mal halb leer, da stellt er uns eine ganze Öl-Plattform direkt vors Hotel. Soviel Trinkgeld können wir gar nicht geben.

Der Tag beginnt lustig beim wirklichen tollen Frühstück. Wie das wirklich tolle Frühstücke so an sich haben, gibt es Eier in allen Varitationen, und zwar englische Eier: scrambled, bolided, lost, poached … Daisy bestellt soger ein Mirror Egg. Natürlich sunny side up. Das passt, denn draußen vor der Tür strahlt die afrikanische Sonne über alle vier Backen.

LIssy und Reinhard sind schon vor Sonnenaufgang nach Simon’s Town aufgebrochen, Pinguine kucken. Der Eselpinguin macht Iiiaaa, und Reinhard und Lissy sind entzückt, überlegen, ob die Strafe von 500 Rand für die Entwendung eines Pinguins nicht ein Schnäppchen ist, lassen es aber bleiben.

Alle, die Betonung liegt auf alle, also die gesamte Gruppe findet sich heute „gemeinsam“ in unserem Bus ein und die Oberstwaldmeisterin kutschiert die ganze Bagage unter sämtlichen Hinweisen des Publikums, Richtungsanweisungen von fast allen, das alles auf der linken Straßenhälfte, zum Neighbourhoodsmarket an der Biskuit Mill in Woodstock. TropenElmar träumt bereits von Jimmy Hendrix, während die Oberstwaldmeisterin den Parkplatzeinweiser an die Wand parkt.

Der Markt erweist sich als Trendy Place und alle Fiesels schwelgen im Kaufrausch. Die Oberstwaldmeisterin hat nun endlich eine Tasche für „klein“, Lissy ein Geschenk für Simon (mehr wird nicht verraten), Oberstwaldmeisters auch noch ein Metzgermesser, Daisy und Donald kaufen Capeschokolade, nachdem sie zuvor das ganze Sortiment für lau probiert haben, Winnie auch …

Die Abfahrtzeit wird zunehmend nach hinten verschoben, und trotzdem geschieht, was geschehen musste: Die Fiesels verlieren sich …

Schuld war nur der Pater Noster….

Gundel, Lissy und Reinhard fahren mit dem Aufzug in den sechsten Stock, um die Aussicht auf den „freien“ Tafelberg zu nutzen und finden ein Restaurant!!!! Aus Mitleid, es ist ja kein Gast da, beschließen sie einen kleinen Imbiss zu nehmen. Bei der Frage „Did you order?“ hätte man aufhorchen müssen … Ihnen wird ein Plätzchen eingeräumt, sie genießen einen herrlichen Mittagsimbiss mit hervorragenden korrespondierenden Weinen und müssen eigentlich sofort beichten gehen, denn sie wissen um das noch kommende reservierte Abendessen.

Gundel weiter: Später eruieren wir, dass man im Pot Luck Club weit im Voraus reservieren muss, um in den Genuss eines Tisches zu kommen.

Und weiter gehts mit der Berichterstattung der Kleingruppe Gundel und Co. Der herbeieilende Taxifahrer entpuppt sich als vielseitig interessierter Gespächspartner, welcher die Germans wirklich verstehen will. Neben den Austausch von typical german Food berichtet er von schon gesammelten Vorurteilen: der Deutsche putzt sein Auto immer samstags, was wir nur bestätigen können, außer Gundel, die gesteht, ihr Auto – sie glaubt, es hat die Farbe weiß – nur einmal in diesem Jahr in einer Waschstrasse gereinigt zu haben. Der Taxifahrer bescheinigt ihr prompt, eine Fake German zu sein.

Die Teilgruppe beschließt den Rest des Tages auf einem Hop und Exonbringyouhomebus fortzusetzen, und Gundel schaltet an dieser Stelle iin gewohnter Manier zum Oberstwaldmeister, um die Tagesgestaltung zu synchronisieren.

Gerne, liebe Gundel: Da aus – nun bekannten – Gründen ein Teil der Fieseltruppe in Woodstock im Luxus versackt ist, bewegt sich der Rest noch einmal auf den Signal Hill oberhalb der Stadt, um zu kucken, wie der aussieht, wenn man ihn bis ganz oben fährt und nicht vorher zuparkt. Gut sieht’s aus, vor allem der Blick nach unten, zum Beispiel aufs Hotel oder auf den Tafelberg, der immer noch nackisch ist, oder nochmal auf die City Bowl, die bei klarem Wetter einen besonders eindrucksvollen Anblick bietet. Fast schon im Sekundentakt starten hier oben die Tandem-Paragliders, die dann direkt vor unserem Hotel landen. Serienmäßig kriegen die Mitflieger so ein Bilderstöckchen mit auf den Weg, mit dem ihr Handy aufzeichnet, wie sie sich gerade in die Hose machen.

Und dann geht auch der Rest der Truppe auf die Blue Line, die Alternativstrecke rund um den Tafelberg zum Atlantik. Diese ist im Vergleich zur bekannten Red Line vom Vortag nun ja: etwas länger. Mehr wie eine Wagner-Oper: Es zieeeeeht sich. Und der Oberstwaldmeister ist nicht wirklich für seine Geduld bekannt. Unser Bus ist der Lumpensammler, der an jedem Stopp auf den letzten Fahrgast wartet, so auch beim Weingut Constantia, wo eine rabenbreite Menschentraube (höhö) den Bus entert, leere Rotweingläser und diverse Weineinkäufe schwenkend, ein paar schon so grün im Gesicht, dass man sie nicht im Nacken sitzen haben will. Zwischendurch bestätigt sich, dass die Kapregion zu spontanem Wetterwechsel neigt. Es wird arsch kalt, und ein mitleidiger Mitreisender bietet Donald seine frisch gekaufte neue Jacke an. Denn Donald sitzt im Poloshirt da, er hat seine Jacke der Gattin überlassen. Ein Held, das wissen wir ja seit seiner Wohnmobilrallye durch New York.

Aber die Fahrt ist auch wieder informativ und zeigt viel von den Gegenssätzen des Alltags in Südafrika: Blechhütten und propere Anwesen direkt nebeneinander, wie gesagt, nicht immer die heile Touri-Welt.

Und dann der krönende Abschluss des Kapstadt-Aufenthalts: Haute Cuisine, für manche die zweite des Tages. Wie viele Cholesterine mussten dafür Ihr Leben lassen. Der Chef heißt Harald Bresselschmidt und stammt aus der Eifel, hat mal im Aachener Gala gekocht und ist vor 27 Jahren in Kapstadt gelandet. Es ist ein sehr geehrter Abend. Die Speisen sind klasse, von der Wachtel und den Prawns über Rind, Kalbsbries und Sea Brass bis zum Süßkartoffeldesert. Auch der Somelier versteht sein Geschäft – von der Magnumpulle der hiesigen Prickelweinmanufaktur über Chardonnay, Shiraz bis zu den süßen Ablegern am Schluss. Er erklärt das sehr someliermäßig und wir schmecken ihm nach, wenns mal „oaky“, „meaty“,“leatherlike“ oder gar „wood contacted“ ist.

Und während es im Abgang leicht möpselt, stellen wir fest, dass dreieinhalb Tage Kapstadt einen würdigen Abschluss gefunden haben. Wir fragen uns, ob und wie das zu toppen sein wird und sorgen uns ein wenig um die Wine Tram Tour in Franschhoek: Werden auch wir als Rotweinzombies in die Weinbahn wanken?

Freut Euch einfach auf die nächsten Beiträge von Gundel, Obi Waldmeister und dem Rest der coolen Gang …

Kapstadt 3. Tag: Wenn beim Signal Hill die rote Sonne … und die Chöre sing‘ für Dich

Der widrige Umstand, dass die Seilbahn auf den Tafelberg außer Betrieb ist, geht uns gerade mal am Popo vorbei, denn natürlich liegt er im Nebel, der Berg. Auch als wir mit dem Hoppitoppiexundhopponandoff-Gefährt an der Talbahnstation stehen, schauen wir zwar auf die nebelfreie Mothertown bei immer mehr Sonne, aber nach oben ist nix zu sehen.

In den Bus gestiegen sind wir direkt vor dem Hotel, all inclusive zwei Tage sind gebucht, es gibt eine deutschsprachige Führung auf’m Ohrhörer, und weil jeder off- und on hoppen kann, werden wir uns heute gruppentechnisch trennen. Deshalb machen Gundel und der Oberstwaldmeister nun die Fieselkonferenz wie Samstags auf’m WDR. Rufen wir zuerst den Oberstwaldmeister …

Oberstwaldmeister: „… ja, wir melden uns hier aus Camps Bay, dem Ort der Reichen und Schönen, wo Robbie Williams dauernd am Nebentisch sitzt und immer die Sonne scheint. Das tut sie auch, und wir laufen am Strand wie in Zoutelande mitten im Sommer. Hier wurde erfolgreich eine größere Alien-Invasion abgewehrt, die schwer algenähnlichen Außerirdischen liegen tot am Strand und stören die Optik. Donald will einen mit mit nach Hause nehmen, das wird noch eine olfaktorische Herausforderung. Im Pub mit dem schönen Namen Tiger’s Milk gibt es außer dem gleichnamigen Lager und leckerem Pubfood eine verwarmde Teras auf der ersten Etage mit Meerblick. Und gegenüber steht in jeder Parklücke eine zehnköpfige Kinderschar und schreit. Na gut: singt. Afrikanische Lieder. Für Geld. Wir stellen gerade fest, dass im Hoppitoppi-Angebot auch das Hafencruisen mit Seehundblick enthalten ist. Also zurück in den Hoppitoppi und ich gebe weiter zu Gundel …“

Gundel : „Wir bleiben zunächst auf unserem Hoponexhopbus und fahren erneut auf der bekannten Runde, um im Bo Kaap auszusteigen. Die bunten Häuser des Viertels erkunden wir pünktlich zum Freitagsgebet, so dass am internationalen Frauentag kein Mann mehr auf der Straße bleibt. Die wirklich zahlreichen Moscheen sind gut gefüllt und der Muezzin ist übers Viertel zu hören. Die CocaCola-Dependance ist leider aufgrund des Freitaggebets geschlossen, so dass wir das ersehnte Kaltgetränk auf später verschieben müssen. Oberstwaldmeister, wo seid ihr gerade?“

Oberstwaldmeister: „Wir sind inzwischen mit dem Hoppitoppiboot auf der Hafenrundfahrt. Zuvor haben wir uns durch Seehundrudel gekämpft, da ist Pier 31 in San Francisco ein Limonadenbüdchen gegen. Wir schippern durch verschiedene Hafenbecken, die alle irgendwie Victoria und/oder Albert heißen und lernen, dass hier der alte Bon Jovi die Bandyacht bauen ließ und mitunter „Living on a Prayer“ durch den Hafen schallt. Der bisher freundlichste und preiswerteste aller Taxifahrer bringt und zum Hotel, der Plan ist, auf dem Signal Hill den Sonnenuntergang zu kucken. Zurück zu Gundel …“

Gundel: „Wir gelangen durch den afrikanischen Großstadtdschungel an den Greenmarket und auch uns singt der Chor der pfadfinderähnlichen gemischten Gruppe von Mädels, Jungs samt Dirigenten, und die singen richtig gut. Wir lauschen gebannt und nutzen die Gunst der Stunde einen hervorragenden Kaffee im angrenzenden Trendycafe zu trinken. Boah … tut das gut!

Am internationalen Frauentag scheinen alle zu singen und wir fügen der Vervollständigung halber den nächsten Chor auch noch fototechnisch ein.

Wir essen im absolut afrikanischen Speisehaus mit unzählbaren Menschen aller Couleur. Das System der Bezahlung, Bestellung und des Anstehens müssen wir erst mühsam erkunden, um dann die überaus üppige Portion in diesem unbeschreiblichen Ambiente zu verspeisen. Das war sowas von nachhaltig für die Erinnerungen in unseren Köpfen …

Im Anschluss besuchen wir noch das Mocaa, bewundern die Architektur, diese einzigartige Atmosphäre und beschließen, weiter zu Fuß zur Waterfront und Richtung Hotel zu schreiten, den Sonnenuntergang immer rechts von uns wissend. Lissy „knipst“ den hundertsten Sundowner und wir wissen, dass wir 98 wieder löschen werden; aber der Kick des ultimativen Fotos treibt uns an. Irgendeins wird wieder „ganz weit vorne“ landen. Wir schalten zurück zum Oberwaldmeister.“

Oberstwaldmeister: „Nach einem Sonnenbad auf der Hotelterrasse fährt die Obertwaldmeisterin eine vierköpfige Teilfraktion auf den Berg. Warum an einem Freitagabend an einem Feiertag bei bestem Wetter noch andere auf die Idee kommen, ist uns unverständlich. Und so parken wir alle die Straße hügelaufwärts zu. Zehn Minuten vor 18:12 geht nichts mehr. Aber lustig ists. Vielleicht weil wir die Hotelminibar dabei haben. Wir fühlen uns wie am Kamener Kreuz, allerdings mit atemberaubendem Blick aufs Meer einerseits und auf die City, die immer elektrischer und beleuchteter wird, andererseits. Und als ein freundlicher Japaner von weiter oben uns auffordert, doch bitte Platz zu machen, damit er seine Protzkarre durchfahren kann, weisen wir ihn höflich auf sein Fehlverhalten hin und werfen seine Leiche mit Schwung ins Hafenbecken. Wir nehmen noch ein deutsches Tramperpaar mit runter, das beim Wendemanöver der Oberstwaldmeisterin auf enger Straße die Hosen voll hat. Und den Rest der Fieseltruppe treffen wir am Ende des roten Teppichs an der Hotelbar …“

Sunnesching am Klippenrand oder: heile Welt mit Straßensperren

Tja, was bleibt diesem Bilderbuch von einer Landpartie noch hinzuzufügen, außer Lissys erneut sehr wahrer Erkenntnis: Wir sind privilegierte Menschen, weil wir das alles sehen dürfen.

Es hätte, um es mit Daisy zu sagen, auch regnen können. Hat es auch am Morgen, eigentlich sogar wieder wie aus Eimern. Aber mit dem ersten Stop in Muizenberg tat sich der Himmel auf, um uns das Surferparadies zu zeigen. Und es ist doch lehrreich zu hören, dass Agatha Christie hier das Surfen lernte. Ist wahrscheinlich Legende. Da gab’s doch noch gar kein Internet.

Die Surfer von heute stehen auf Spezialbrettern mit Paddel. Sie paddeln raus, um dann auf der perfekten Welle wieder reinzupaddeln. Später liest die Oberstwaldmeisterin von einer Surflehrerin für Behinderte, die wir bei der Arbeit gesehen haben. Und tatsächlich gibt es einen Profi-Surfer mit appem Bein. Das ist bewundernswert.

Mit 15 Grad im Sunnesching den Fußweg am Klippenrand zwischen den Kaps zu nehmen, ist auch so ein Kapstadt-Tip, den wir hier auf keinen Fall verraten, um nicht in die Lonely-Planet-Falle zu tappen: Wenn alle sich auf den Geheimtip stürzen, ist er nicht mehr so richtig geheim. Na gut, liebe Fieselfreunde: Euch verraten wir’s. Aber nicht vergessen: das Gruppenbild am berühmtesten Holzschild der Welt.

Unterwegs sind wir mit zwei Autos: einer 10-Personen-Riesenkarre von Hyundai mit der Oberstwaldmeisterin am Steuer und einem Kia, darin vorne links Reinhard („Ich bin ja nur der Fahrer“). Klappt gut, außer dass man nicht vergessen sollte, aus der letzten Sitzreihe im Hyundai beim Fotostop auch den TropenElmar rauszulassen. Seine Gattin hat übrigens inzwischen den Fieselnamen „Winnie“.

Und bei aller Paradiesigkeit: Wir sind nicht in der heilen Welt unterwegs: Gab das Schild am Souvenirshop am Cape Point schon zu denken, der wegen „Protest Action“ geschlossen hatte, so holt uns die Realität kurz vor dem Chapmans Peak Drive ein, den wir als finale Traumstraße des Tages geplant hatten: Wir stoßen auf die Reste einer gerade noch brennenden Barrikade, und die örtlichen Hilfssheriffs schicken uns zurück Richtung Kap: Unruhen voraus, Steineschmeißer, Straßensperren. Wir sind gar nicht mal so  sehr beunruhigt und geraten auf diese Weise unfreiwillig auf nette Bergsträßchen, die wir immer schon mal fahren wollten. Aber es erinnert uns daran, dass wir nicht in der Eifel sind.

Am Abend gibt es Krokodil, Strauß, Kudu & Co. bei Mama Africa, dem Früh von Kapstadt. Sehr Touri, sehr schön, auch wenn nicht nur des Oberstwaldmeisters Warzenschwein etwas zäh war. Wir werden bedient von einer langbeinigen schwarzen Schönheit aus dem Kongo, die mit Reinhard französisch parliert und ausgesprochen geschäftstüchtige Weinempfehlungen weiter unten von der Karte ausspricht.

Und wir lernen ein Stück Kapstädter Taxi-Innung kennen: Im kleinen Taxi sitzt der Fahrer, der sich auskennt, und der hat im größeren Taxi (TropenElmar nach hinten) einen Spannmann, der hinterherfährt. Und am Schluss im ersten Wagen immer noch den Preis erfragen muss. Dafür gab’s dort Disco inclusive, was zu einem Trinkgeld geführt hat, von dem der Driver noch seinen Enkeln erzählen wird.

Unnötig zu sagen, wie der Abend ausklingt, und dass uns das Barpersonal im Hotel spätestens am dritten Tag den roten Teppich ausrollt, wie ihn sonst nur die Oberstwaldmeisterin bei Garten Graaf sieht.

Die Pläne für den dritten Tag beruhen auf dem berühmten lokalen Verkehrsträger, dem Hippi-Hoppi, ääh Ex-und-Hopp oder – ehm – Hop-on-hop-off-Bus. Den mieten für zwei Tage all inclusive. Allerdings exclusive Tafelbergbahn. Die wird nämlich wie im August ein Jahr zuvor gewartet. Einen ganzen Monat lang. Egal, der Berg liegt sowieso wieder im Nebel …

Kapstadt 2. Tag: No Pinguin, ein Wal zum Auftakt und eigentlich once or twice in a life time

Nach einem wunderbaren Frühstück in dem wirklich wunderbaren Hotel (der Lonely-Planet-Empfehlung kann man nur beipflichten ..) starten wir heute über Muizenberg Richtung Cape …

Die bunten Strandhäuschen zieren jeden Reiseführer und füllen jede Speicherkarte. Der geplante Pinguinstrand musste leider ausfallen, da wir keinen Parkplatz finden konnten. Werden wir aber nachholen, Reinhard auf jeden Fall.

Der weitere Tag ist eigentlich nur noch unbeschreiblich. Was wir hier an Landschaft erleben ist nicht wiederzugeben, und auch die Kameras können nicht einfangen, was wir alle in unseren Köpfen abspeichern. Der Wal bläst und alle blicken gespannt aufs Wasser, wo er vielleicht gleich wieder auftaucht.

Ja, es ist schon ziemlich weit vorne, wie der Oberstwaldmeister zu sagen pflegt. Er und die Oberstwaldmeisterin erleben alles ja zum zweiten Mal (twice in a life time…).

Wir waren am Cape, wir haben diese gigantischen Wellen, die Landschaften auf dem Hin- und Rückweg, den ersten Wal, den ersten Strauß in freier Wildbahn und den Parkplatzaffen bei der Arbeit gesehen und erlebt.

Der Tag macht uns sprachlos, und wir wissen nicht wirklich, was wir in den Blog schreiben sollen. Man ist betrunken von Landschaft und Bildern im Kopf. Was uns nicht abhält, am Abend bei Mama Afrika den südafrikanischen Wein in weiß und rot sowie exotische Fleischsorten zu kosten und später der Hotelbar einen Besuch abzustatten, bevor dieser wunderbare Tag endet.

Surfschüler in Muizenberg. Hier surfte schon Agatha Christi

Kapstadt, 2. Tag: Run, don’t jog

When you are in Capetown, run like the Capetowners: Das tut die erste dreiköpfige Teilgruppe des Tages – Gundel, Lissy und der Oberstwaldmeister, der übrigens anders als die Co-Autorin zum Laufen niemals das J-Wort benutzen täte.

Beim ersten Tageslicht – zur Kapstädter Winterzeit ist das 07:30 – und knackigen 9 Grad gehts auf die Piste, die Sea Point Promenade Richtung Süden, wo in CampsBay die Robbie Williams wohnen. Unterwegs ein Riesen-Swimming pool und darin: Schwimmer! Der Kapstädter ist ähnlich wie der Ire eher kälteresistent, das sieht man auch an den vielen Mitläufern, die mit federndem Schritt und knackigem Hintern im T-Shirt laufen. Das macht Lissy dann nach (also das mit dem T-Shirt).

Ja ja, den Rest auch.

Und da es hier manchmal zieht, sind die Bäume landeinwärts geneigt. Gut für die Schattenparker. Die erkennt man an den verkratzten Autodächern. Und unterm Dach juchhe gibt es eine spontane Redaktionskonferenz: Die Themen des heutigen Tages sind verteilt.

Der Wind hat sich gelegt, der Tafelberg liegt aber unter dem Table Cloth im Nebel, und so beschließt das laufende Exekutiv-Trio, heute die Landpartie zum Kap oder besser: zu den zwei Kaps zu machen, Haie und Pinguine kucken inclusive. Seid gespannt!

Kapstadt 1.Tag

Wir sind dann mal strack gerade von Frankfurt immer nach Süden geflogen, haben den Flug so gut es ging „verschlafen“, um heute morgen um 10:15 in Kapstadt zu landen.

Es regnete wie aus Kübeln, als wir endlich die Mietwagen übernommen haben, nicht ohne zuvor mit dem netten Eurocar-Angestellten die Empfehlungen zu örtlichen Getränken, quasi local beer, besprochen zu haben und dabei die nachfolgende Schlange an wartenden Menschen gnadenlos ignoriert wurde. Wir fahren einen Bus und ein normales Auto und kurven schon recht versiert auf der linken Seite durch den Großstadtdschungel von Kapstadt, haben ein Hotel direkt am Meer und es stürmte heute gewaltig….

Die Sonne strahlte für uns dann doch, und trockenen Fußes spazierten wir neun Fiesels an der Küste entlang und üben uns als Gruppe. Bei allen Individualisten eine Herausforderung. Wir waren als Gruppe jedenfalls nicht erkennbar. Jeder hatte ein anderes Tempo und war mal mit dem oder dieser im Gespräch, hatte andere Gedanken, Verweilpunkte, und so kamen wir alle bei diesem Spaziergang langsam an diesem herrlichen Ort Kapstadt an.

Später werden wir sicher das Thema Gruppe noch vertiefen. Wir haben ja keinen Reiseleiter „Studiosus“, welcher uns unverblümt mitteilt, wann wir am nächsten Morgen, wo zu sein haben und was dann den Tag über gemacht werden wird. Morgen entscheiden die Jogger, was geschehen wird, wenn sie bei ihrer Laufrunde erkunden, ob der Tafelberg „offen“ oder von Wolken verhangen ist.

Heute führte uns der Spaziergang jedenfalls noch zur Waterfront, wir sahen den Tafelberg bei der untergehenden Sonne, finden uns bei einem Sundowner ein und sind alle ziemlich müde. Von daher gibt es von der Gundel heute nicht viel mehr im Blog, vielleicht schreibt der Oberstwaldmeister ja noch???

Jetzt geht‘s los

Nein, Kudu und Strauß gibts noch nicht, auch Pinotage steht noch nicht auf der Weinkarte, aber ein letztes Eimerchen Bayernbier ist auch nicht zu verachten. Wir freuen uns, unsere Abenteuer mit Euch zu teilen und sind jetzt gespannt auf die kulinarischen Highlights der Lufthansa – Fish or Beef – yes!

Der unauffindbare Adapter oder die Qual des Weltenbummlers …

Da liegen sie nun, die Adapter, mit ihren drei Stippen, oder auch nur zwei … unbeschriftet, so dass der Weltenbummler nur erahnen kann, wo er welchen zuletzt im Einsatz hatte .. England, Kanada, Südafrika???

Der Profi beschriftet, und wir kaufen jeweils neu … und nehmen uns vor, beim nächsten Mal wird alles besser.

Der Adapter für Südafrika ist beängstigend groß und schwer, zumindest der von „real“ Der von „Mediamarkt“ kommt schon leichter daher, und wir wissen nicht, was unser TropenElmar bei „Conrad“ erstanden hat. Hauptsache das Zeug funktioniert, sonst wird es nämlich nichts mit dem Blog oder den Nachrichten für zu Hause … und hoffentlich ist der Strom in Afrika nicht so gefährlich wie die Adapter aussehen.

(Dieser Beitrag dient mal wieder dem Üben im Umgang mit der „Blogumgebung“.)